29 - 10 - 2020

Der Linksrheinische Jakobsweg ist in Köln nicht markiert. Sämtliche angebrachten Markierungszeichen sind nach kurzer Zeit wieder verschwunden. Deshab verzichten wir auf eine erneute Markierung. Stattdessen veröffentlichen wir mit freundlicher Genehmigung des Conrad Stein Verlages an dieser Stelle einen Auszug aus dem OutdoorHandbuch Band 278 "Linksrheinischer Jakobsweg", der den Weg vom Kölner Dom bis an das Rheinufer beschreibt.

Ab dem Roncalliplatz hinter dem Dom ist der Weg mit der in Europa üblichen stilisierten gelben Jakobsmuschel auf blauem Grund markiert. Vom Römisch-Germanischen Museum gehen Sie über die Straße Am Hof und weiter geradeaus in die Straße Unter Goldschmied, der Sie bis zur Pipinstraße folgen. Unterwegs passieren Sie neben einem Abschnitt der römischen Wasserleitung auch das ­historische Rathaus, die Archäologische Zone und das Wallraf-Richartz-Museum.
Unmittelbar nebenan befindet sich die Ruine von Alt St. Alban. Die Kirche wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, aber nicht wiederaufgebaut. Heute können Sie hier durch ein Gitter die Skulptur „Trauernde Eltern“ von Joseph Beuys und Erwin Heerich (nach dem Original von Käthe Kollwitz) und das Kriegsgefangenen-Mahnmal betrachten. Unmittelbar an die Ruine schließt sich die mittelalterliche Festhalle Gürzenich an.
Nach der Überquerung der Pipinstraße gehen Sie in die Hohe Straße und die Hohe Pforte. Zu Ihrer Linken befindet sich eine der zwölf romanischen Basiliken von Köln, St. Maria im Kapitol. Hier finden Sie Jakobus in einem Fenster im Nordschiff.
Sie gehen also nicht nach rechts, sondern geradeaus zum Waidmarkt, und stoßen auf die Basilika St. Georg, in der Ihnen Jakobus in einem Fenster im Westbau begegnet. Davor hat die Deutsche St. Jakobus-Gesellschaft eine Informationsstele zum Thema „Wege der Pilger im Rheinland“ aufgestellt.
Sie folgen der Severinstraße und laufen am 2009 durch den U-Bahn-Bau eingestürzten historischen Archiv der Stadt Köln vorbei. Es geht über eine Brücke (überspannt die Zufahrt zur Severinsbrücke), an deren Ende Sie direkt auf das nächste Gotteshaus stoßen. É St. Johann Baptist ist heute das jugendpastorale Zentrum des Erzbistums Köln (CRUX) mit einem angeschlossenen Café. Im weiteren Verlauf der Severinstraße erreichen Sie die É Basilika St. Severin, die dem dritten Bischof von Köln geweiht ist. Schon bald haben Sie das Ende des Kölner Zentrums erreicht und befinden sich nun in der Südstadt. Hinter der Severinstorburg aus dem 13. Jh. biegen Sie am Chlodwigplatz nach links in den Ubierring ein.
Von hier aus gehen Sie geradeaus auf den Rhein zu, überqueren die Straße Am Bayenturm und wenden sich nach links zu dem südlichen Eckturm der mittelalterlichen Stadtmauer. Heute haben die gemeinnützige Stiftung „FrauenMediaTurm“ und die Redaktion der Zeitschrift „Emma“ ihren Sitz in dem dreistöckigen Gebäude. Sie wenden sich hier nach rechts und gehen in den ehemaligen Rheinauhafen mit der Rheinbastion, wo in den letzten Jahren ein Wohn-, Büro-, Dienstleistungs- und Gewerbegebiet unter Einbeziehung von denkmalgeschützten Gebäuden entstanden ist. Auf der Laura-von-Oelbermann-Promenade setzen Sie Ihre Wanderung in Richtung Süden auf dem Leinpfad fort.